TSU015 – Utopie und Wahn

Vollständig buchmesseverschnupft melde ich mich mit zwei Büchern: Ich habe “Lärm und Wälder” von Juan S. Guse gelesen und “Planet Magnon” von Leif Randt.

Es gibt ein bißchen was Neues vom Buchpreis, nämlich einen unerwarteten Gewinner (aus Offenbach!!). Dann gibt es Utopisch-Futuristisches aus der deutschen Gegenwartsproduktion: Leif Randts zu bejubelndes Buch “Planet Magnon” (bei Kiepenheuer & Witsch) und Juan S. Guses Endzeitfamilienroman “Lärm und Wälder” (Fischer-Verlag). Dieses Buch in seinem sprachlichen Zustand macht mich so ratlos, daß ihr mir gerne Hinweise geben könnt, wenn ich hier gröber was übersehen haben sollte.

One thought on “TSU015 – Utopie und Wahn

  1. Ich habe Guses Buch trotz allem mit Gewinn gelesen. Ganz interessant fand ich, wie er die diffuse permanente Angst der Bewohner von Nordelta im Allgemeinen und der Familie im Speziellen beinahe beiläufig be- und herbeischreibt. Dieser Twist mit Vater Hector am Schluss, auch die im eher Unklaren bleibenden Rückblenden der Waldhausepisoden zwischendurch, haben dazu beigetragen, dass ich weitergelesen habe. Insofern glaube ich, dass man von Guse zukünftig noch hören wird, irgendwas hat das Buch gehabt, was mich dranbleiben ließ.

    Ob er allerdings bei S.Fischer gut aufgehoben ist, wage ich zu bezweifeln. Denn, und da hast du völlig recht, diese vielen Fehler auf mehr oder weniger allen Ebenen sind ja mal echt blamabel. Ich weiß nicht, ob man das dem Autor alles allein anlasten kann, man muss sich ja wirklich die Frage stellen, ob’s bei diesem Buch ein Lektorat gab – wohl eher nicht, oder? Teilweise sind die Bilder ja nicht direkt falsch, aber doch einigermaßen skurril, wenn da z.B. von ‘Schneisen von Kot’ die Rede ist, die ein Rudel Hunde auf der Strasse hinterlässt. Wie muss man sich das wohl vorstellen, hm? Und auf die Palme hat mich seine spezielle Schreibweise von Leg Raise gebracht, diese Sportübungen des Vaters Hector, die im Buch als ‘Legraise’ auftauchen. Ich habe einigermaßen lang gegrübelt darüber, was das eigentlich sein soll, le graise? irgendwas Französisches, hm.? Ich habe sogar Wörterbücher konsultiert, bis ich dann drauf kam, das er den englischen Begriff Leg Raise meint. Unfassbar. Im Grunde müßte man sämtliche Fehler mal anstreichen und das Buch dann an Fischer schicken.

    Und zum Thema falsche Konjuktive: die scheinen bei S.Fischer eine [gewisse Tradition](http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4784572/) zu haben. (Tl;dr: Eh egal, man kann heutzutage schreiben, wie man will.) :-()

    Viele Grüße
    Tessa

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.